Was heute schon möglich ist

Viele Neu­bau­ten in Deutsch­land lie­gen deut­lich über einem Paris-kom­pati­blen Emis­sions­niveau, obwohl gebaute Pro­jekte zei­gen, dass wesent­lich nied­rigere Werte bereits heute erreich­bar sind. Bau­ten, die sich an Grenz­wer­ten ori­entie­ren, sind nicht not­wen­diger­weise teu­rer und schüt­zen zudem Res­sour­cen und Natur.

Je nach Gebäu­detyp, Bau­weise und Mate­rial­wahl unter­schei­den sich die lebens­zyklus­bezo­genen Treib­haus­gas-Inten­sitä­ten von Neu­bau­pro­jek­ten erheb­lich. Wäh­rend ein Groß­teil des Bestands an Neu­bau­ten noch deut­lich über einem Paris-kom­pati­blen Niveau liegt, zei­gen beson­ders ambi­tio­nierte Pro­jekte, dass sich diese Werte schon heute mar­kant unter­schrei­ten las­sen. Diese Spanne zeigt: Der Markt ist hete­rogen, aber das Poten­zial für ambi­tio­nierte Grenz­werte ist vor­han­den und immer mehr Pro­jekte wer­den mit ambi­tio­nier­ten Grenz­wer­ten umge­setzt.

Eine Best-Practice-Sammlung

Genau das möch­ten wir mit unse­rer Samm­lung an Leucht­turm­pro­jek­ten zei­gen. Diese Samm­lung bün­delt Bei­spiele, macht ihre Kenn­werte und Rah­men­bedin­gun­gen sicht­bar. So ent­steht Pro­jekt für Pro­jekt ein neues gemein­sames Ver­ständ­nis davon, was in der Bau­wirt­schaft schon heute tech­nisch und wirt­schaft­lich mög­lich ist. Prak­tiker:innen ler­nen von­ein­ander, Kom­munen sehen, was sie künf­tig als Auf­trag­geber:innen ver­lan­gen und för­dern kön­nen und zukunfts­gerich­tete Poli­tiker:innen kön­nen ambi­tio­nierte Vor­haben mit ech­ten Bei­spie­len stär­ken.

Noch unter­schrei­ten nicht alle gelis­teten Pro­jekte den von der Road­map Ger­many vor­geschla­genen Grenz­wert. Doch sie machen sicht­bar, dass die Rich­tung stimmt und zukunfts­fähi­ges Bauen heute schon mög­lich ist.

Holzbauhochhaus Roots

Holzbauhochhaus Roots

Hamburg, 2018

Project category
Wohngebäude
Project category
Neubau
Project category
36.000 m²
Project category
20–30 kgCO₂e/m²a

»Roots« ist der­zeit das höchste Deut­sche Holz­hoch­haus. Ins­gesamt wur­den hier 181 Woh­nun­gen rea­lisiert sowie Aus­stel­lungs­räume und die Ver­wal­tung der Deut­schen Wild­tier Stif­tung. Alle Ober­geschosse wur­den mit Mas­siv­holz­decken und -innen­wän­den errich­tet, nur Unter- und Erd­geschoss sowie die Erschlie­ßungs­kerne des Hybrid­baus wer­den als Stahl­beton­kon­struk­tion geplant. Diese Bau­weise trägt nicht nur zur Reduk­tion des CO2-Fuß­abdrucks bei, son­dern begrenzt auch Lärm­emis­sio­nen bei der Umset­zung und lässt ein gesun­des Raum­klima ent­ste­hen. Ins­gesamt wer­den im Rah­men der Rea­lisie­rung 5.500 m³ Nadel­holz ver­baut.

Haus des Lernens

Haus des Lernens

St. Pölten, Österreich, Fertigstellung in 2028

Project category
Nichtwohngebäude
Project category
Neubau
Project category
1.485 m²

Das Haus des Lernens ist ein gemeinschaftlich soziales Gebäude, welches von der GESA als best/novell Practice errichtet wurde. Kernthemen der Kreislauffähigkeit - ökologische Materialien, Regionalität, sortenreine Zerlegbarkeit - wurden nach dem heutigen Stand der Forschung und Wissenschaft ausgeführt. Damit ist das Haus des Lernens Vorreiter, was den CO2-Fußabdruck und die Ökologie angeht. Fotos: ©Rupert Steiner

Praxisbeispiel einreichen

Wel­che Pro­jekte kennst Du, die heute schon mit kon­kre­ten Grenz­wer­ten rech­nen oder umset­zen? Über ein kur­zes For­mular kannst Du ein Pra­xis­bei­spiel ein­rei­chen, wel­ches wir nach einer inter­nen Prü­fung und even­tuel­len Rück­fra­gen gerne in unsere Best-Prac­tice-Samm­lung auf­neh­men. Gemein­sam zei­gen wir was heute schon mög­lich ist!