Unsere Herangehensweise

Wie die Grenzwerte entstehen

Die Road­map Ger­many baut auf aktu­ellen Kli­masze­narien, natio­nalen Emis­sions­daten und den Erfah­run­gen bestehen­der Road­maps in ande­ren Län­dern auf. So ent­ste­hen Grenz­werte, die sowohl wis­sen­schaft­lich fun­dierte Ori­entie­rung geben, als auch prak­tisch umsetz­bar sind. Die Road­map Ger­many arbei­tet top-down: Aus­gangs­punkt ist nicht das, was heute gebaut wird, son­dern das, was das Klima noch ver­trägt.

Das Prin­zip in vier Schrit­ten: Vom glo­balen Treib­haus­gas­bud­get, das die Erwär­mung mit 67 Pro­zent Wahr­schein­lich­keit auf 1,75 °C begrenzt, wird nach dem Pro-Kopf-Prin­zip der deut­sche Anteil abge­lei­tet. Davon ent­fal­len kon­sum­basiert 40 Pro­zent auf den Hoch­bau. Die­ses sek­torale Bud­get wird in kon­struk­tions­bedingte und betriebs­bedingte Emis­sio­nen auf­geteilt und unter Annah­men zur Bau­tätig­keit auf die Hoch­bau­flä­chen umge­rech­net. Das Ergeb­nis für 2026: höchs­tens 4,55 kg CO₂e pro Qua­drat­meter Net­toraum­flä­che und Jahr für die kon­struk­tions­beding­ten grauen Emis­sio­nen (Module A1-A3, B4, C3, C4), mit einem Absenk­pfad bis zur Treib­haus­gas­neu­tra­lität 2045. Der Grenz­wert ist eine wis­sen­schaft­lich fun­dierte Nähe­rung. Er wird mit neuen Erkennt­nis­sen fort­geschrie­ben, und der Abgleich mit rea­len Pro­jek­ten zeigt: Zu die­sem Niveau lässt sich bauen.

Im Kon­text einer ganz­heit­lichen Gebäu­debe­trach­tung ent­wickelt die Road­map Ger­many zwei wei­tere Bau­steine, die künf­tig feste Bestand­teile von Lebens­zyklus­ana­lysen wer­den sol­len: einen Res­sour­cen-Indi­kator, der die linear ver­brauchte Mate­rial­masse pro Qua­drat­meter misst, und einen metho­dischen Rah­men für Bio­diver­sität, der Aus­wir­kun­gen sicht­bar macht und dabei unter­stützt, sinn­volle Ziel­werte zu set­zen.

Die Her­lei­tung der Road­map Ger­many zu den The­men Treib­haus­gas, Res­sour­cen und Bio­diver­sität, inkl. der Para­meter, Annah­men, Sen­siti­vitä­ten und offe­nen Fra­gen sowie gesam­mel­ter Lite­ratur, Quel­len und Refe­ren­zen, haben wir in unse­rem Metho­dik-Papier doku­men­tiert, wel­ches sich gerade in der letz­ten Abstim­mungs­schleife befin­det.

Worauf wir aufbauen

Wissenschaftliche Grundlagen

Zur Erar­bei­tung der gesamt­heit­lichen Betrach­tung und Berech­nung des kon­kre­ten Grenz­wer­tes wur­den fol­gende Papiere hin­zuge­zogen:

Agora Industrie, ifeu, RISE und Ramboll (2024)

Reduktion und Regulierung von Embodied-Carbon-Emissionen im deutschen Gebäudesektor.

BPIE (2023)

Regulierung der Lebenszyklus-THG-Emissionen von Gebäuden – Empfehlungen für Deutschland

BPIE (2024)

How to Establish Whole Life Carbon Benchmarks: Insights and Lessons Learned from Emerging Approaches in Ireland, Czechia and Spain

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (2019)

Bundes-Klimaschutzgesetz (1. Änderung 15. Juli 2024)

DGNB/BPIE (2025)

Life Cycle-Based Assessment of Buildings. An Analysis of 28 Residential Buildings with Regard to Climate Impact and Costs in Germany

Nordic Sustainable Construction (2025)

Setting and Assessing Limit Values in Nordic Countries – Analysis of the Different Regulatory Needs

Sachverständigenrat für Umweltfragen (2024)

Wo stehen wir beim CO₂-Budget? Eine Aktualisierung

United Nations Environment Programme (2023)

Building Materials and the Climate: Constructing a New Future. Nairobi.

United Nations Population Division (2026)

Germany Population (Worldometer)

Woytowicz, J., Stöckle, L., Präger, L. und Lang, W. (2025)

Determination of a Dynamic Top-down Greenhouse Gas Budget for Buildings in Germany. IOP Conference Series: Earth and Environmental Science 1554(1): 012121

  • ©Lluvia Morals, Unsplash

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  • ©John Cardamone, Unsplash

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  • ©Stephan Eickschen, Unsplash

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  • ©Jan Rollter, Zuberhaus

    ©Jan Rollter, Zuberhaus

  • ©Tibor Pinter, Unsplash

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Teil einer Bewegung

Internationales Netzwerk

Die Road­map Ger­many über­trägt die Erfah­run­gen und erfolg­rei­chen Ansätze unse­rer Part­ner­orga­nisa­tio­nen in Däne­mark, Schwe­den und Aus­tra­lien auf den deut­schen Kon­text. Unter­schiede in Bau­pra­xis, Rechts­rah­men und Daten­lage berück­sich­tigen wir dabei aus­drück­lich. Soll­test Du Feed­back zur Berech­nungs­methode haben oder in einer Arbeits­gruppe mit­arbei­ten wol­len, Melde Dich gerne bei uns.

Warum es sich lohnt

Zwölf Thesen aus der Praxis

Der Report von Bau­haus Erde und der Bau­wende Alli­anz, der im Rah­men eines Policy Labs 2025 ent­stan­den ist, zeigt: ver­bind­liche Treib­haus­gas-Grenz­werte über den gesam­ten Lebens­zyklus schaf­fen Pla­nungs­sicher­heit, Inno­vati­ons­anreize und neue Märkte für kli­mafreund­liche Mate­ria­lien. Die zwölf The­sen machen deut­lich, dass die Pra­xis wei­ter ist als der Regu­lie­rungs­rah­men und dass ambi­tio­nierte Grenz­werte nicht brem­sen, son­dern beschleu­nigen. Sie sind ein Hebel für Kli­maschutz, Wett­bewerbs­fähig­keit und regio­nale Wert­schöp­fung. Jetzt gilt es, den Mut auf­zubrin­gen, diese Chance zu nut­zen und gemein­sam den Rah­men zu set­zen.